Geschichtlicher Überblick

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Foto: REGIERUNGonline/Fassbender
G8 Birmingham 1998
Der weltweite konjunkturelle Abschwung in den siebziger Jahren war der Auslöser für ein informelles Arbeitsgremium. Sechs starke Wirtschaftsnationen suchten auf dem ersten Weltwirtschaftsgipfel 1975 nach Wegen aus der Krise.
Der erste "Weltwirtschaftsgipfel" wurde 1975 vom früheren französischen Präsidenten Giscard d'Estaing und dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt ins Leben gerufen. Sechs Staats- und Regierungschefs trafen sich zu einem Kamingespräch auf Schloss Rambouillet (Valéry Giscard d'Estaing, Frankreich; Helmut Schmidt, Deutschland; Aldo Moro, Italien; Takeo Miki, Japan; Harold Wilson, Großbritannien; Gerald Ford, USA).
 
Nach der ersten Ölkrise und dem Zusammenbruch des Systems der festen Wechselkurse (Bretton Woods) stimmten sich die Teilnehmer über die internationale Wirtschaftspolitik ab. Sie vereinbarten erste Maßnahmen, um dem anhaltenden weltweiten Abschwung zu begegnen.
 

Aus G6 wird G7

 
Grafik, die die Mitglieder der G8 auf einer Zeitachse aufträgtFoto: BMWi Vergrößerung Entwicklungsstufen der G8Seit der Aufnahme Kanadas in den Kreis der Teilnehmer auf dem Gipfel 1976 in Puerto Rico trafen sich die Mitglieder als G7. Zunächst standen weiterhin währungspolitische Problemstellungen im Vordergrund der Gespräche.
 
In den achtziger Jahren erweiterte sich das Interesse der G7 auf außen- und sicherheitspolitische Themengebiete. Aktuelle Herausforderungen wie der langjährige Iran-Irak-Konflikt sowie die Besetzung Afghanistans durch die Sowjetunion beeinflussten die Themen der Treffen.
 

Rolle der Europäischen Union

 
Bereits 1977 kam es in London zu ersten Gesprächen zwischen der Europäischen Gemeinschaft und den G7. Auf dem Venedig-Gipfel 1980 fanden dann mit  der Europäischen Gemeinschaft ausführliche außenpolitische Abstimmungen statt.
 
Seit dem Ottawa-Gipfel 1981 nahm die Europäische Gemeinschaft regelmäßig an allen Arbeitssitzungen teil.
 
Die Notwendigkeit einer permanenten Beteiligung der Europäischen Union (EU) am G8-Prozess ergibt sich heute aus ihrer Rolle als einem der mächtigsten Wirtschaftsräume der Welt. Ein weiterer Faktor ist das verstärkte sicherheitspolitische Engagement der EU.
 

Eingliederung Russlands

 
Nach der Überwindung der Ost-West-Konfrontation bat der damalige sowjetische Generalsekretär Gorbatschow um Aufnahme in den Kreis der Gruppe. Erstmals 1991 wurde Gorbatschow zu Gesprächen am Rande des Londoner Gipfels geladen. 1992 konnte Russland Mitglied des Internationalen Währungsfonds (IWF) werden.
 
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erfolgte von 1993 bis 1998 eine schrittweise Annäherung Russlands an den G8-Prozess. Auf dem Gipfel von Birmingham 1998 konstituierte sich schließlich die Gruppe der Acht: Russland wurde Mitglied.
 
In Kananaskis 2002 entschieden die Staats- und Regierungschefs, dass Russland 2006 zum ersten Mal den Vorsitz der G8 übernehmen soll. Der erste Gipfel unter russischem Vorsitz fand im Juli 2006 in St. Petersburg statt.
 
Das G7-Format wird weiterhin für einige Bereiche der Finanzkonsultationen fortgesetzt.