Die Chancen der Globalisierung nutzen, die Risiken minimieren

Mi, 25.04.2007
 
Offene Märkte, klare Linien im Klimaschutz und eine soziale Gestaltung der Globalisierung hat Bundeskanzlerin Angela Merkel vor internationalen Wirtschaftsvertretern in Berlin gefordert.
Erstmals waren die Wirtschaftsverbände der G8-Mitgliedstaaten zu einem Gipfeltreffen der Industriepräsidenten zusammengekommen. Geladen hatte anlässlich des im Juni bevorstehenden G8-Gipfels in Heiligendamm der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI).   
 
Vor den Wirtschaftsvertreterinnen und -vertretern erörterte die Bundeskanzlerin das Leitmotiv der deutschen G8 Präsidentschaft: "Wachstum und Verantwortung". Dazu gehöre Wachstumsförderung einerseits und eine "soziale Gestaltung der Globalisierung auf gleichen Standards" andererseits.
 
Merkel betonte, die immer rasantere Globalisierung bringe große Chancen mit sich, allerdings auch Risiken. Es zeige sich aber, dass sich Abschottung jedenfalls nicht auszahle. Gemeinsam müssten sich die Staaten der Herausforderung stellen, Wohlstand für möglichst viele Menschen zu schaffen. Dafür gelte es, "neue Qualitäten des wirtschaftlichen Zusammenwirkens" zu nutzen. 
 
Insbesondere für die so genannten Schwellenländer bietet der Globalisierungsprozess nach Überzeugung der amtierenden G8-Präsidentin besondere Chancen. Zudem ließen sich viele globale Probleme heute ohne sie nicht mehr lösen. Angefangen bei der Produktpiraterie bis zum Klimaschutz. Die wichtigsten Schwellenländer Mexiko, Indien, China und Südafrika werden deshalb zeitweise an den Beratungen der G8 im Juni in Heiligendamm teilnehmen.
 

Forderungen der Wirtschaft an die G8

 
In einer gemeinsamen Erklärung ("G8 Business Declaration") forderten die Industrieverbände ihre Regierungen zum Handeln auf verschiedenen Feldern auf: vom freien Welthandel über den Schutz geistigen Eigentums bis zum Klimaschutz.
 
Die Bundeskanzlerin stellte in Aussicht, die Gruppe der G8 werde mit den Schwellenländern in Heiligendamm intensiv über gemeinsame Strategien gegen Produkt- und Markenpiraterie beraten. Und sie zeigte sich zuversichtlich, dass dies gelingen wird.
 

Innovationen brauchen Investitionen 

 
Mittlerweile hätten diese Länder beim Schutz des geistigen Eigentums dazugelernt, sagte Merkel. Produktfälschungen und Markenpiraterie bereiteten ihnen nämlich zunehmend Probleme im eigenen Land. Denn ohne Wertschöpfung gibt es keine Innovationen - und "Innovationen sind der Schlüssel zu Wachstum und Wohlstand".
 
Für die G8-Staaten strebt Merkel ein dauerhaftes ausgeglichenes Wirtschaftswachstum von zwei Prozent an. Als Voraussetzungen dafür nannte sie die Offenheit der Märkte und Transparenz beim Handel. Grenzüberschreitende Investitionen müssten überall willkommen sein. Im übrigen ist eine freie Entfaltung des Marktes nach ihrer Überzeugung nur unter demokratischen Verhältnissen möglich.
 
Einiges Handeln der G8 und der internationalen Staatengemeinschaft ist für die Bundeskanzlerin auch beim Klimaschutz ohne Alternative. Angesichts der durch den Klimawandel drohenden Risiken warb Merkel für eine entschlossene Herangehensweise: "Vorbeugen ist billiger, als Schäden zu bekämpfen". Im Übrigen böten auch die dafür erforderlichen Technologien wieder Chancen für eine positive Entwicklung der Weltwirtschaft.

 
© 2009 Presse- und Informationsamt der Bundesregierung | G8 Gipfel 2007 Heiligendamm